FAQ

Was bedeuten Hochsensibilität und Emotionale Intelligenz?

Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, Emotionen in soziale und analytische Problemlöseprozesse zielführend einzubeziehen. Unsere emotionalen Fähigkeiten stehen maßgeblich im Zusammenhang damit, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen. Somit beeinflussen sie auch in erheblichem Umfang unsere privaten und beruflichen Erfolge.

Hochsensibilität spielt eine zentrale Rolle dabei, wie differenziert wir die emotionalen Gegebenheiten wahrnehmen und verarbeiten. Eine hohe Ausprägung von beidem ist eine große Stärke, wenn sie als solche verstanden und respektiert wird.

Hochsensibilität ist ein Phänomen, das in der Psychotherapie zwar schon viele Jahre beschrieben wird, jedoch erst seit etwa 10 Jahren immer mehr in den Fokus der Allgemeinheit rückt. Wenn Hochsensible lernen, mit diesem Phänomen angemessen und respektvoll umzugehen, kann sich die Hochsensibilität als große Stärke im Leben auswirken.

Hochsensibilität bedeutet eine extrem hohe Wahrnehmungsfähigkeit und Intensität der Reizverarbeitung (Gefühle, Gerüche, Geschmacksempfinden, Geräusche, Berührungen, visuelle Reize), häufig starke Reaktionen auf Medikamente oder Zusatzstoffe in Lebensmitteln bei hoher Allergieneigung, hohes Einfühlungsvermögen in andere Menschen, hohe Sozialkompetenz, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitsempfinden, Perfektionismus, jedoch auch schnelle Reizüberflutung bei Sinneseindrücken wie z. B. Lärm, Gerüchen und Großveranstaltungen.

Hochsensible verarbeiten deutlich mehr Informationen pro Zeiteinheit als "normal Sensible". Dadurch steht das Nervensystem von Hochsensiblen häufig unter Daueranspannung, was einer erhöhten Aktivierung des Sympathikus im vegetativen Nervensystem entspricht und somit zu einer erhöhten Ausschüttung an Stresshormonen wie Adrenalin oder Cortisol führt. Stresshormone wiederum beeinflussen das Immunsystem und machen es anfällig für Einflüsse von außen (Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen), was zu einer erhöhten Infektanfälligkeit, zu Konzentrationsschwierigkeiten und zu niedergeschlagener Stimmung führen kann.

Daher haben Hochsensible häufig einen erhöhten Bedarf an Vital- und Mikronährstoffen (v. a. Mineralien, Spurenelemente, Vitamine mit sekundären Pflanzenstoffen, essentielle Omega-3-und-6-Fettsäuren und Aminosäuren). Durch eine natürliche Nahrungsoptimierung kann der Vital- und Mikronährstoffbedarf dauerhaft ausgeglichen und so das Immunsystem gestärkt, die Konzentrationsfähigkeit erhöht und die Stimmungslage stabilisiert werden. Weitere Informationen über ein kluges Ernährungskonzept, das mich persönlich überzeugt hat, finden Sie unter www.cellagon.de.

Hochsensible Menschen tun gut daran, ihre Lebensumstände weitestgehend an ihre besonderen Bedürfnisse anzupassen und nicht umgekehrt. Dazu gehören z. B. ausreichende Rückzugsmöglichkeiten, eine angenehme und reizarme Wohn- und Arbeitsumgebung, möglichst naturbelassene und vitalstoffreiche Ernährung, genug Bewegung an frischer Luft, die Abwesenheit von Lärm, Rauch oder intensiven Gerüchen, ein geringer Medienkonsum und die Akzeptanz, dass Großveranstaltungen mit vielen Menschen und die Notwendigkeit von belanglosem Smalltalk meist Stress bedeuten, dem man sich nicht zu lang aussetzen sollte.

Meiner Erfahrung und Meinung nach beruhen sowohl Hochbegabung als auch Hochsensibilität auf einer deutlich differenzierteren Wahrnehmung eines Menschen, vermutlich verursacht durch weniger Wahrnehmungsfilter, verbunden mit einer deutlich erhöhten Denkgeschwindigkeit.

Beide Phänomene sind per se keine "Störungen mit Krankheitswert" und daher uninteressant für die Pharmaindustrie - daher gibt es auch relativ wenig Forschungsgelder und somit relativ wenig Forschung zu dieser Thematik.

Hochbegabung und Hochsensibilität haben eine gemeinsame Schnittmenge - letztlich unterscheiden kann man die Phänomene durch eine fundierte Intelligenzdiagnostik.

So kann man den typischen Perfektionismus, die hohe Werteorientierung, die Reizempfindsamkeit, das vertiefte, komplexe Denken, die hohen Ansprüche an sich und an Freundschaften, die Kreativität für Problemlösungen an sich beiden Phänomenen gleichermaßen zuordnen.

Zwischen der Hochbegabung und der Hochsensibilität unterscheidet dann die Fähigkeit, die Vielzahl der aufgenommenen Informationen zu ordnen, zu strukturieren und sinnvoll anzuwenden = Intelligenz/Hochintelligenz/Hochbegabung.

Somit gibt es - glaubt man den Schätzungen - etwa 15-20% Hochsensible und etwa 10% Hochintelligente (Hochintelligenz ist p.d. ein IQ ab 120) und unter den Hochintelligenten noch einmal 2% Hochbegabte (Hochbegabung ist p.d. ein IQ ab 130).

Die Emotionale Intelligenz (EQ) kann inzwischen diagnostisch zuverlässig erfasst werden (MSCEIT/Mayer-Salovey-Caruso Test zur Emotionalen Intelligenz). Neben dem Gesamtwert, dem "EQ" können damit erfasst werden:

Erfahrungsbasierte und strategische Emotionale Intelligenz, Wahrnehmung, Verständnis und Nutzen von Emotionen sowie Emotionsmanagement.

Eine Hochsensibilität kann bis heute noch nicht mithilfe eines zuverlässigen Testverfahrens erfasst werden. Nach wie vor basiert die Diagnose auf einer fachlichen Einschätzung anhand der Biografie und der persönlichen Eigenschaften der Person. 

Das Wissen um die Emotionale Intelligenz und die Hochsensibilität unterstützt Sie dabei, sich selbst tiefer zu verstehen, mit sich selbst und anderen gut umzugehen und die eigenen Stärken besser einschätzen und letztlich für sich und andere einsetzen zu können.

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Dr. Karin Joder
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