FAQ

Was bedeuten Hochsensibilität und Emotionale Intelligenz?

Es ist gar nicht so einfach, Hochsensibilität und Emotionale Intelligenz klar voneinander abzugrenzen. Viele Menschen mit Hochsensibilität haben auch eine hohe Emotionale Intelligenz.

Emotionale Intelligenz beschreibt die Fähigkeit, Emotionen in soziale und analytische Problemlöseprozesse zielführend einzubeziehen. Unsere emotionalen Fähigkeiten stehen maßgeblich im Zusammenhang damit, wie wir mit uns selbst und anderen umgehen. Somit beeinflussen sie auch in erheblichem Umfang unsere privaten und beruflichen Erfolge.

Hochsensibilität spielt eine zentrale Rolle dabei, wie differenziert wir die emotionalen Gegebenheiten wahrnehmen und verarbeiten. Eine hohe Ausprägung sowohl von Hochsensibilität als auch von Emotionaler Intelligenz ist eine große Stärke, wenn sie als solche verstanden und respektiert wird.

Hochsensibilität rückt erst seit etwa 15 Jahren immer mehr in den Fokus der Allgemeinheit. Wenn Menschen lernen, mit ihrer Hochsensibilität angemessen und respektvoll umzugehen, kann diese sich als große Stärke / Ressource im Leben auswirken.

Hochsensibilität bedeutet eine extrem hohe Wahrnehmungsfähigkeit und Intensität der Reizverarbeitung (Gefühle, Gerüche, Geschmacksempfinden, Geräusche, Berührungen, visuelle Reize). Häufig in Verbindung damit findet man starke Reaktionen auf Medikamente oder Zusatzstoffe in Lebensmitteln bei hoher Allergieneigung. Typische Merkmale sind auch hohes Einfühlungsvermögen in andere Menschen, hohe Sozialkompetenz, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitsempfinden, Perfektionismus, jedoch auch schnelle Reizüberflutung bei Sinneseindrücken wie z. B. Lärm, Gerüchen und Großveranstaltungen. Daher sind Hochsensible schnell und oft reizüberflutet.

Menschen mit Hochsensibilität verarbeiten deutlich mehr Informationen pro Zeiteinheit als Menschen mit "normaler Sensibilität". Dadurch steht das Nervensystem häufig unter Daueranspannung, was einer erhöhten Aktivierung des Sympathikus im vegetativen Nervensystem entspricht und somit zu einer erhöhten Ausschüttung an Stresshormonen wie Adrenalin oder Cortisol führt. Stresshormone bei Hochsensiblen wiederum beeinflussen das Immunsystem und machen es anfällig für Einflüsse von außen (Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen), was zu einer erhöhten Infektanfälligkeit, zu Konzentrationsschwierigkeiten und zu niedergeschlagener Stimmung führen kann. Daher haben Sie bei Hochsensibilität häufig einen erhöhten Bedarf an Vital- und Mikronährstoffen.

Bei Hochsensibilität tun Sie gut daran, Ihre Lebensumstände weitestgehend an Ihre besonderen Bedürfnisse anzupassen und nicht umgekehrt. Dazu gehören z. B. ausreichende Rückzugsmöglichkeiten, eine angenehme und reizarme Wohn- und Arbeitsumgebung, möglichst naturbelassene und vitalstoffreiche Ernährung, genug Bewegung an frischer Luft, die Abwesenheit von Lärm, Rauch oder intensiven Gerüchen, ein geringer Medienkonsum und die Akzeptanz, dass Großveranstaltungen mit vielen Menschen und die Notwendigkeit von belanglosem Smalltalk meist Stress bedeuten, dem man sich nicht zu lang aussetzen sollte.

Hochsensibilität ist per se keine "Störung mit Krankheitswert" und daher uninteressant für die Pharmaindustrie oder die Forschung. Noch immer werden die Symptome einer Hochsensibilität mit ADS oder ADHS verwechselt und zunehmend auch mit Autismus oder Asperger Syndrom in Verbindung gebracht.

Die Emotionale Intelligenz (EQ) kann diagnostisch zuverlässig erfasst werden (MSCEIT/Mayer-Salovey-Caruso Test zur Emotionalen Intelligenz). Neben dem Gesamtwert, dem "EQ" können damit erfasst werden: Erfahrungsbasierte und strategische Emotionale Intelligenz, Wahrnehmung, Verständnis und Nutzen von Emotionen sowie Emotionsmanagement.

Eine Hochsensibilität kann bis heute noch nicht mithilfe eines zuverlässigen Testverfahrens oder gar mit einem IQ Test erfasst werden. Nach wie vor basiert Hochsensibilität auf einer fachlichen Einschätzung eines Psychotherapeuten anhand der Biografie und der persönlichen Eigenschaften der Person. 

Das Wissen um die Emotionale Intelligenz und die Hochsensibilität unterstützt Sie dabei, sich selbst tiefer zu verstehen und mit sich selbst und anderen gut umzugehen.

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Dr. Karin Joder
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