FAQ

Was ist EMDR?

EMDR ist ein stärkenorientierter Ansatz, der Menschen dabei unterstützt, ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken, ihre Selbstheilungskräfte sowie ihr Entwicklungspotenzial zu aktivieren und zu stärken.

EMDR steht für "Eye Movement Desensitization and Reprocessing" - auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch gezielte Augenbewegung. EMDR ist bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wirksam.

EMDR ist nicht nur eine hochwirksame Methode zur Verarbeitung traumatischer und belastender Erlebnisse, sondern sehr effektiv zum schnellen Abbau von Stress sowie zum nachhaltigen Aufbau von Kreativität, mentaler Fitness und Konfliktstabilität.

Als psychotherapeutisches Verfahren basiert EMDR auf der Erkenntnis, dass jeder Mensch ein natürliches Selbstheilungssystem hat, mit dem er belastende Erfahrungen verarbeiten kann. EMDR regt dieses Selbstheilungssystem an und hilft, Symptome aufzulösen und eigene Stärken zu stärken, wobei dies häufig in erstaunlicher Geschwindigkeit und nachhaltig, d.h. dauerhaft, geschieht.

Der Patient hat bei der Behandlung jederzeit die Kontrolle über den Ablauf. Weiterer Vorteil ist, dass das Verfahren auch dann hoch wirksam ist, wenn der Patient nicht konkret über alle Erfahrungen spricht, die er während der Behandlung erlebt. Oft bedarf es zur Auflösung belastender Erlebnisse nur weniger Sitzungen.

Zentrales Element der EMDR-Behandlung sind die geleiteten Augenbewegungen - auch bilaterale Stimulation genannt. Der Patient erinnert sich an die belastende Situation und folgt dabei den Fingern der Psychotherapeutin mit den Augen, während die Behandlerin die Hand abwechselnd nach links und rechts bewegt und zu bestimmten Momenten den Prozess gezielt unterbricht. Alternativ kann die Behandlerin abwechselnd die Handrücken des Patienten berühren.

Meistens leitet die Psychotherapeutin während einer Sitzung mehrere Sequenzen der Augenbewegungen an, die eine halbe bis eine Minute dauern. Das belastende Ereignis verblasst Stück für Stück, und die Symptome verändern sich zum Positiven. Die Patienten lernen, mit den alten Erinnerungen umzugehen und können eine neutralere Position auf das Geschehen entwickeln.

Die Behandlung mit EMDR geschieht auf der Basis einer fundierten Ausbildung und Approbation als Psychotherapeut bzw. als Arzt und entsprechender Weiterbildung, einer fundierten Anamnese mit dem Patienten, dem Ausschluss bestimmter Kontraindikationen, einem vertrauensvollen Arbeitsbündnis und einem sicheren, geschützten Rahmen.

Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. EMDR ist seit 2006 vom wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie als wissenschaftlich fundierte Psychotherapiemethode und daher von den Krankenkassen und Krankenversicherungen als Behandlungsmethode anerkannt. EMDR darf nur von dafür ausgebildeten Psychotherapeuten oder Ärzten angewendet werden.

Mit EMDR können behandelt werden: Posttraumatische Belastungsstörungen, Auswirkungen belastender Lebenserfahrungen, starke Trauer nach traumatischen Verlusterlebnissen, Folgen von Bindungstraumatisierungen.

Weiterhin kann EMDR wirksam eingesetzt werden bei der Behandlung von Depressionen, Panikattacken, Phobien, Stresszuständen und Prüfungsängsten, Chronischen Schmerzen und Suchterkrankungen (Quelle: EMDRIA Deutschland e. V.).

EMDR ist als Behandlungsmethode nicht geschützt, d. h. es gibt inzwischen zahlreiche Varianten davon, die von Heilpraktikern, Wingwave-Coaches oder anderen Coaches ohne fundierten psychotherapeutischen Hintergrund angeboten werden, die jedoch nicht der klassischen EMDR-Methode entsprechen und in ihrer Wirksamkeit somit oft fraglich sind. Es kann daher nur angeregt werden, sich gut über die tatsächliche Qualifikation des jeweiligen Behandlers zu informieren.

2018 DrJoder CP

Dr. Karin Joder
Psychotherapeutische Privatpraxis

Strandstraße 36
D-24159 Kiel (Holtenau)

kontakt@dr-karin-joder.de

Tel. (0431) 30 53 406
(Mo - Fr 8 - 17 Uhr)