FAQ

Was ist Hochbegabung?

Hochbegabung ist zunächst ein verborgener Schatz im Sinne einer Veranlagung zu weit überdurchschnittlichen Leistungen auf verschiedenen Gebieten. Hochbegabung ist somit nicht automatisch an herausragenden Schulnoten oder außergewöhnlichen Leistungen zu erkennen!

Mit dem Begriff der Hochbegabung verbunden sind bis heute die größten Vorurteile und Missverständnisse überhaupt, da bis heute bei vielen Menschen die Vorstellung besteht, Hochbegabung zeige sich automatisch an besonderen Schulnoten oder außergewöhnlichen Leistungen. Daraus wird dann der Umkehrschluss gezogen, dass ein Mensch mit schlechten schulischen Leistungen oder ohne besondere Fertigkeiten auf keinen Fall hochbegabt sein könne. Allerdings sind schlechte schulische Leistungen allein auch kein Merkmal für eine Hochbegabung.

Hochbegabte Kinder, Jugendliche und Erwachsene denken schneller, komplexer und verarbeiten intensiver als der überwiegende Teil der Bevölkerung. Hochbegabung und Hochsensibilität  hängen somit häufig miteinander zusammen.

Hochbegabung muss man zunächst als solche erkennen und danach fördern, damit sie als entsprechende Fertigkeiten und Kompetenzen zum Wohle aller eingesetzt werden kann.

Ist kein förderliches Umfeld vorhanden oder wird der Mensch sogar (oft aus Unwissenheit) ausgebremst, kann sich die Hochbegabung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene problematisch auswirken.

Hochbegabung liegt formal vor, wenn in einem standardisierten und lege artis durchgeführten Intelligenztest ein Gesamt-IQ von mindestens 130 (PR 98) erreicht wird.

Die typischen Denkstrukturen von Hochbegabten zeigen sich häufig schon bei offiziell erfassten IQ-Werten ab 120 (PR 90), was der Begrifflichkeit einer "Hochintelligenz" entspricht und somit besonderer Förderung bedarf.

Inhaltlich gibt es häufig wenig Unterschiede zwischen Menschen mit einem offiziell gemessenen Gesamt-IQ von 120 oder 125 oder auch 130.

Denn es kommt darauf an, unter welchen Umständen der IQ-Test erhoben wurde, ob das Kind oder der Erwachsene in optimaler Verfassung war, motiviert zur Mitarbeit und hinreichend ausgeruht etc. Auch spielt eine Rolle, ob das Kind oder der Erwachsene beim Test eine klare Links- oder Rechtshändigkeit hatte. Es gibt bis heute noch viele sogenannte „umgeschult Linkshändige“, die davon nichts wissen, jedoch dadurch Konzentrationsschwankungen oder motorische Schwierigkeiten oder Wortfindungsstörungen in Prüfungen haben. Alle diese Faktoren spielen in ein Testergebnis hinein.

Viele kluge Menschen haben Teil-Hochbegabungen in bestimmten Bereichen (z. B. in Mathematik, Sprachverständnis oder Logischem Denken), jedoch liegt der Gesamt-IQ unter 130.

Für wissenschaftliche Studien zum Thema „Hochbegabung“ wird bei den Probanden häufig das Kriterium „Gesamt-IQ mind. 120“ vorausgesetzt. Institutionen, die „hochbegabte Kinder“ fördern, setzen interessanterweise oft einen Mindest-IQ von 120 voraus, da sie um die Ungenauigkeit von Testverfahren wissen.

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Dr. Karin Joder
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