FAQ

Was muss bei einer Legasthenie geklärt werden?

Wenn die Rechtschreib- und Leseleistungen eines Kindes/Jugendlichen deutlich unterhalb des aufgrund der allgemeinen Intelligenz zu erwartenden schulischen Niveaus liegen, könnte das an einer Teilleistungsstörung in Form einer Legasthenie (Lese- und Rechtschreib-Störung, nach ICD 10 F 81.0) liegen. Für eine Teilleistungsstörung kann der Mensch nichts, und sie sagt auch erst einmal nichts über die Ausprägung der Intelligenz dieses Menschen aus. Im Falle einer Legasthenie sollte im Rahmen eines Nachteilsausgleichs die Leistungsbewertung im Fach Deutsch für Lesen und Schreiben ausgesetzt werden, damit das Kind/der Jugendliche durch diese Teilleistungsstörung nicht unnötig benachteiligt wird (vgl. dazu den Erlass des Landes Schleswig-Holstein).

Um herauszufinden, ob eine Legasthenie vorliegt, bedarf es zum einen der Abklärung der allgemeinen Intelligenz (sprachfreier Grundintelligenz) und der entsprechenden Lese- und Rechtschreibleistungen.

Liegt zwischen mindestens durchschnittlicher Grundintelligenz und Lese- und Rechtschreibleistung eine deutliche Differenz, so spricht man von einer Legasthenie.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Hochbegabte durch ihre hohen intellektuellen Fähigkeiten eine Legasthenie oft lange kompensieren können, d.h. man muss genau hinsehen und genau diagnostizieren, um das Kind/den Jugendlichen richtig einzuschätzen.

Weiterhin gibt es andere Auffälligkeiten, die ähnliche Symptome wie eine Legasthenie hervorrufen. Dazu gehören z. B. eine verdeckte/umgeschulte Linkshändigkeit, Auffälligkeiten in der visuellen Verarbeitung etc.

Daher ist bei mir die Klärung der Frage einer Legasthenie immer nur in Verbindung mit einer fundierten Hochbegabungsdiagnostik möglich, verbunden mit einem aussagekräftigen psychologischen Gutachten.

2018 DrJoder CP

Dr. Karin Joder
Psychotherapeutische Privatpraxis

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