FAQ

Was sollte man bei der Durchführung eines „Gruppentests“ beachten?

Wissenschaftliche Erkenntnisse (z. B. Alvino & Wieler, 1979; Whitmore, 1979) weisen darauf hin, dass bis zu 50 % der Hochbegabten nicht erkannt werden, wenn zur Identifikation ausschließlich Gruppentests eingesetzt werden, d. h. wenn keine individuelle Hochbegabungsdiagnostik erfolgt. Diese Studien wurden bereits Ende der 70er Jahre durchgeführt, haben bis heute jedoch nichts an ihrer Aktualität verloren, da die Testumstände bei Gruppentests bis heute unverändert sind. Auch Heinbokel (2001) weist darauf hin, dass eine Einzeldiagnostik bis heute die beste Methode ist, um eine Hochbegabung sicher zu erkennen.

Dies hängt damit zusammen, dass nur im Rahmen einer individuellen und interaktiven Diagnostik Faktoren berücksichtigt werden können, die auf das Ergebnis Einfluss nehmen können.

Dazu gehören z. B. der gute Kontakt bzw. das Vertrauensverhältnis zwischen Diagnostiker und Klient, die Tagesverfassung, Prüfungsängstlichkeit, Aufgabenverständnis, ablenkende Umgebungsfaktoren, Zeitdruck oder Motivation oder die Erkenntnis von Störfaktoren wie z. B. eine verdeckte Linkshändigkeit, Auffälligkeiten in der visuellen Verarbeitung etc.

Ich kann Sie daher nur dazu ermuntern, kritisch zu sein und sich eine zweite Meinung durch eine Einzeldiagnostik einzuholen, sollten Sie für sich oder für Ihr Kind im Rahmen eines Gruppentests ein Ergebnis zur Intelligenz erhalten haben, das nicht zu Ihrer Gesamtpersönlichkeit oder zur Gesamtpersönlichkeit Ihres Kindes zu passen scheint.

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Dr. Karin Joder
Psychotherapeutische Privatpraxis

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