FAQ

Welchen Einfluss auf das Testergebnis hat bei Kindern die Motivation?

Vor allem begabte Kinder sind wählerisch, wem gegenüber sie sich öffnen und ihre Fähigkeiten zeigen. Gelegentlich testen begabte Kinder zu Beginn den Testleiter, ob dieser ihnen „gewachsen" ist, indem sie anfangs gezielt falsche Antworten geben oder sich „dumm" stellen. Ein erfahrener Diagnostiker erkennt das „Spielchen" bei der Hochbegabungsdiagnostik und kann es humorvoll beenden, so dass das Kind danach begeistert bei der Sache ist.

Setzt der Testleiter bei zu leichten Aufgaben an, fühlt sich das Kind oft nicht ernst genommen, verliert die Lust bis hin zur Verweigerung der Mitarbeit. Hochsensible Kinder spüren, wenn der Testleiter selbst keine Lust auf seine Arbeit hat und reagieren entsprechend lustlos.

Begabte Kinder haben auch die Fähigkeit, bei bestimmten Testaufgaben assoziative Verknüpfungen zu bilden, die logisch und in sich richtig sind, wenn man sie verstehen kann. Dem Kind dann aus Unverständnis zu sagen, die Antwort sei „falsch", nur weil sie in der vorgegebenen Lösungsvorschrift nicht enthalten ist, kann unter Umständen schnell zum Motivationsverlust des Kindes führen.

Unter optimalen Bedingungen fühlt sich das Kind in der Testumgebung wohl, kann dabei etwas trinken, bei Bedarf eine Pause einlegen oder etwas essen, hat Sympathie und eine gute Vertrauensbasis zum Diagnostiker, bearbeitet spielerisch die „Aufgaben und Rätsel" und zeigt seine Fähigkeiten.

Unter ungünstigen Bedingungen fühlt sich das Kind in der Testumgebung nicht wohl, findet kein Vertrauen und keinen Zugang zum Diagnostiker und versteckt seine Fähigkeiten.

Testdiagnostische Unterschiede von 10-15 IQ-Punkten und mehr können daher bei unterschiedlichen Diagnostikern durchaus vorkommen.

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Dr. Karin Joder
Psychotherapeutische Privatpraxis

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