FAQ

Wie objektiv sind psychodiagnostische Testverfahren?

Obwohl man von psychodiagnostischen Testverfahren fordert, dass sie möglichst objektiv (d. h. im Ergebnis unabhängig vom jeweiligen Diagnostiker) sein sollen, zeigt die Erfahrung in der Praxis, dass diese Objektivität nur bedingt gegeben ist. Dies hängt zum Teil damit zusammen, dass die psychodiagnostischen Testverfahren zunehmend von Personen mit wenig diagnostischem und psychologischem Hintergrundwissen verwendet werden. Manchmal wird ein Wochenendseminar zur Anwendung eines bestimmten Tests besucht und danach einfach „drauf los getestet".

Psychodiagnostische Testverfahren wurden ursprünglich für Diplom-Psychologen entwickelt, die sich schon während ihres 5-jährigen Studiums intensiv mit den Hintergründen der Diagnostik und Testgestaltung, mit Statistik und Methodenlehre beschäftigen und sich zur Einhaltung ethischer Standards verpflichtet haben.

Die Frage der Objektivität psychodiagnostischer Testverfahren ist vergleichbar mit der Frage der Objektivität der Arbeit eines Arztes oder eines Rechtsanwalts. Durch den einheitlichen Studienabschluss und durch die Anwendung oft gleicher Instrumente oder Gesetze könnte man zwar vergleichbar gute Ergebnisse erwarten. Wie man sicher selbst schon erlebt hat, gibt es jedoch bei Ärzten und Rechtsanwälten große Qualitätsunterschiede. Genau so ist das auch bei der Hochbegabungsdiagnostik.

Darüber hinaus käme ein Rechtsanwalt vermutlich kaum ernsthaft auf den Gedanken, nach einem Wochenendseminar „Erkennung rheumatischer Erkrankungen" seine Mandanten zusätzlich dahingehend zu untersuchen oder zu behandeln.

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Dr. Karin Joder
Psychotherapeutische Privatpraxis

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